Apple Pie – meine amerikanische Liebe

Pie fertigApple Pie“ ist für mich nicht nur ein Apfelkuchen oder eine Art Apfelstrudel, sondern immer eine glückliche Erinnerung an meinen kurzen Aufenthalt bei Freunden in Amerika. Die liebe Hausmama „Carolyn“ backte den weltbesten Apple Pie! Leider habe ich ihr Rezept nicht, aber im Internet unter „Joy of Baking“ fand ich ein tolles Rezept; sogar mit Videoanleitung!

Kaffeetisch

Am Sonntag kamen meine Eltern und Schwiegereltern zum Kaffeetrinken. Frühlingshaftes Wetter ist zur Zeit bei uns mit Schneeregen und starkem Wind nicht in Aussicht, so dass ich die Kuchentafel etwas frühlingshaft deckte. Neben dem Apple Pie gab es die leckere Vanillesauce, die ich im Rahmen der Aktion „Post aus meiner Küche“ schon gemacht habe, und den Rhabarberkuchen mit Quarkcreme und Streuseln (Rezept hier nachzulesen).Rhabarberkuchen mit Quarkcreme und Streusel

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Apple Pie ist in der Herstellung etwas zeitaufwendig, aber es lohnt sich. Bevor ich aber ins Schwärmen komme, hier die Zutaten und Anleitung für eine normal grosse Pie-Form (rund 30 cm Durchmesser):

„Pie-Crust“ – sprich der Teig:
350 gr Mehl
1 TL Salz
30 gr Zucker
226 gr eiskalte Butter
60-120 ml eiskaltes Wasser

Füllung:
1,1 kg Äpfel (rund 6 grosse Äpfel) – entspricht rund 800 gr geschälte Äpfel (am Besten: gemischte Sorten)
50 gr Zucker
55 gr brauner Zucker
1-2 TL Zitronensaft
1 TL Zimt
1/2 TL Muskatnuss (optional)
1/4 TL Salz

optional: 30 gr Rosinen, Pekan-Nüsse, Walnüsse etc.

28 gr Butter
15 gr Maisstärke

Am Vortag oder zumindest einige Stunden vor dem Backen den Teig vorbereiten, d.h. Mehl mit dem Salz und dem Zucker vermischen und die Butter in sehr kleine Stücke schneiden. Das Wasser für die Zeit des Knetens ins Eisfach stellen, damit es gemäss Anleitung „eiskalt“ ist. Zuerst muss die Butter unter die trockenen Mischung gemischt werden. Im Video wird dies mit dem Aufsatz „Schneidemesser“ der Küchenmaschine gemacht. Mit diesem wird die Butter in sehr kleine Stücke geschnitten und in der Masse gleichmässig verteilt. Ich habe dieses Messer bei meiner neuen Küchenmaschine nicht mehr, so dass ich das selbe Ergebnis mit meinen Händen versucht habe. Nach Hinzugabe des Wassers (ich benötigte nur 60 ml) formt man den Teig zuerst zu einer Kugel, dann drückt man diese zu einer Scheibe platt und glättet die Ränder. Geteilt (2:3 für den Boden und 1:3 für den Deckel) wickelt man diese in Frischhaltefolie ein und legt diese mindestens für 1 Stunde oder wie ich über Nacht kalt.

Ohne DeckelAm nächsten Tag zuerst die Äpfel schälen, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Diese mit Zitronensaft und den restlichen Zutaten (bis und mit dem Rosinen) vermengen und bei Raumtemperatur abgedeckt mindestens 30 Minuten stehen lassen. Die Masse in ein Sieb geben und die Flüssigkeit dabei auffangen. Mindestens 120 ml sollte man dabei bekommen. Mit 28 gr Butter nun die Flüssigkeit in einen kleinen Topf geben und zu einer Art „Sirup“ einkochen. Bei mir hat das ca. 15 Minuten gedauert und das Ergebnis war recht dickflüssig und mengenmässig kam ich auf 80 ml. Dieser „Sirup“ nun, wie auch die Maisstärke, unter die Äpfel mischen.

Während die Apfelflüssigkeit einkocht, die Teigscheiben aus den Kühlschrank genommen. Diese auf einer leicht bemehlten Fläche auswallen, dabei immer den Teig in Bewegung halten, damit er nicht am Untergrund anklebt. Für den Boden muss der Teig ca. 3-5 cm grösser ausgerollt werden, als die Pie-Form im Durchmesser ist. Der Teig in die ausgebutterte Form hineinlegen und besonders am Rand andrücken. Abgeschnitten kann der Teig, der über den Rand hinaushängt. Sobald die Apfelmasse fertig ist, wird diese hineingegeben und mit dem Teigdeckel überzogen. Den Teigdeckel nun mit dem Boden dekorativ verbinden, in dem man ihn unter dem Rand vom Boden einschlägt und anschliessend den Rand entlang mittels der Fingerknöchel vom Zeige- und Mittelfinger einer Hand gleichmässig etwas eindrückt. Dabei drückt der Daumen der anderen Hand zwischen den Knöcheln den Teig etwas hoch. Mit dieser Technik bekommt der Kuchen einen wellenförmigen Rand. In der Mitte des Piekuchens fünf jeweils fünf Zentimeter lange Schnitte sternförmig von der Mitte ausgehend einschneiden. Mittels dieser Öffnungen kann die Hitze im Kuchen kontrolliert entweichen.Zentrum Nahaufnahme

Bis der Ofen auf 200 Grad Umluft aufgeheizt ist, kommt der Kuchen wieder in den Kühlschrank. Gebacken wird er auf der untersten Ebene ca. 15 Minuten. Anschliessend mit Alufolie abgedeckt bei 160 Grad weitere 25 Minuten backen. Die Backzeit ist abhängig wie immer vom Ofen, aber auch von der Art der Pie-Form (Glas, Metall, Silikon etc.) und vor allem von den Äpfeln. Der Kuchen ist fertig, wenn die Äpfel im Kuchen noch etwas biss haben, sprich man kann mit dem Messer die Äpfel leicht durchschneiden. Üblicherweise legt man über den Rand einen „Pie-Rand“ auf den Kuchen. Dieser verhindert, dass der Rand des Kuchens zu dunkel wird oder gar verbrennt, denn er ist die dünnste Stelle des Kuchens. Leider besitze ich keinen, so dass ich eben mit Alufolie arbeiten musste.

Für rund 3 Stunden den Kuchen in der Form auskühlen lassen. Servieren kann man ihn mit Vanilleeis, pur mit Puderzucker bestreut und/oder aber auch wie ich es gemacht habe mit Vanillesauce.

Seitenansicht AnschnittFAZIT: „Apple Pie“ = Die Kombination aus saftiger Zimt-Apfelfüllung und dünnen, blättrigen Teig ist sehr lecker. Der Teig ist im Rohzustand keine Delikatesse – keine Gewürze, kein Ei, lediglich reichlich Butter – aber sobald er gebacken ist, schmeckt er sehr gut, denn er ist aussen knusprig, hat eine leicht blätterartige Konsistenz und innen, also auf der Seite der Apfelfüllung ist er etwas feucht und hat die „Sosse“ der Äpfel aus Zimt und Butter wunderbar angenommen. Zweifelsohne muss man bei einem Apple Pie Zimt mögen! Uns hat der Kuchen hervorragend geschmeckt und ich werde ihn noch öfters backen. Zudem werde ich nun nach schönen Pie-Formen und einem Pie-Rand Ausschau halten! :-) Wünsche Euch eine schönen Woche, liebe Grüsse Eure Ina 

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