„Post aus meiner Küche“ – Kindheitserinnerungen

Kennt ihr die Aktion „Post aus meiner Küche„? Als ich krank war stiess ich im Internet auf die Seite „Post aus meiner Küche“. Beim Durchlesen erinnerte ich mich an meine Schulzeit, in der wir – meistens vor Weihnachten – „Wichteln“ durchführten. Kennt ihr Wichteln? Falls nicht, hier eine kurze Erklärung: Alle Namen der Schüler wurden auf Zettel geschrieben und in einen Topf geworfen. Anschliessend musste jeder einen Namen ziehen. Für diese Person auf den Zettel musste man nun für ein Budget von X etwas kaufen/basteln etc. – egal, Hauptsache man bereitete dieser Person am Wichteltag eine Freude! Genau das ist „Post aus meiner Küche“. Und so funktionierte es: Nach meiner Anmeldung erhielt ich Anfang März die Adresse meiner „Tauschpartnerin“ und das Thema „Kindheitserinnerungen“. Zu diesem Thema musste ich mir nun überlegen, was ich ihr zu dem Thema kochen, backen etc., was quasi Teil meiner Kindheit war. Üblicherweise muss das im vorgegebenen Zeitraum verschickt werden und falls man an einer Verlosung dazu teilnehmen möchte, kann man dies auf der Seite „Foodboard.de“ publizieren.

Rote Grütze Nah Ich hatte das Glück, dass meine Tauschpartnerin und ich uns zu einem persönlichen Treffen verabredeten, denn wir wohnten lediglich nur 60 Minuten voneinander entfernt. Ein Vorteil der Schweiz – alles nah beieinander! :) So war das Problem „Verpacken/Versand mit der Post“ gelöst und wir mussten uns lediglich auf das „WAS mache ich bloss?“ konzentrieren. Nach langem Überlegen entschloss ich mich für ROTE GRÜTZE mit VANILLESAUCE und OMAS Nusskuchen! Manche von Euch werden sich denken, was für ein „profanes Gericht“oder „wie langweilig“, aber ich sage euch, die rote Grütze meiner Mutter war nicht nur bei uns Kindern, sonder bei jedem der bevorzugte Nachtisch und das, egal, ob im Sommer beim Grillabend oder im Winter nach Grünkohl mit Wurst. Sie war einfach lecker – fruchtig und mit VIIIIIEEEL Vanillesauce – hmm lecker! Ich habe jetzt schon wieder Lust drauf! Somit, Rote Grütze musste nun her! Ich selber habe sie komischer Weise bisher nur einmal gemacht und das vor zig Jahren. Vielleicht liegt es daran, dass mein Mann sie nicht gern hat – er isst nur die Vanillesauce – oder es hat damit zu tun, dass die von Mama gemachte immer die Beste ist – unabhängig ob man sich am Rezept hält! Egal, ich versuchte mich dran und hoffe, dass sie meiner Tauschpartnerin genauso gut schmecken wird wie mir!

Nusskuchen im KorbOmas Nusskuchen ist bei uns der absolute Klassiker! Kein Fest ohne diesen Kuchen – egal in welche Formen: zu Ostern in einer Hasenform, zum Geburtstag in einer Gugelhhupfform oder zwischendurch in einer Kastenform. Der Kuchen ist wörtlich der Hammer! Je älter er ist, desto besser! Er hält sich gut verpackt mindestens 2 Wochen und trocknet dabei nicht aus!

 

 

Rezepte

Rote Grütze – für rund 10 Personen (meine Mutter hatte nur das Rezept für 30 Personen – ihr seht, sie bereiste es immer nur in grossen Mengen zu :-)):
1 Liter Apfelsaft
2 Äpfel
2 Päckchen Rote Grütze (Himbeergeschmack) von Dr. Oetker
1 Glas Sauerkirschen
ca. 750 gr Beerenmischung (Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Blaubeeren etc.)
Zucker nach Geschmack
Mandelstifte/-blättchen zum Verzieren

für die Vanillesauce:
160 gr Zucker
Prise Salz
7 Eigelb
500 ml Rahm
500 ml Milch
1 Vanilleschote, herausgekratzt
Vanilleeis

Die Zubereitung ist ideal – am besten am Vortag des Ereignisses, da beides mindestens 12 Stunden kalt gestellt werden muss.
Rote Grütze von obenFür die Rote Grütze die Beeren waschen, verlesen und mit den abgetropften Kirschen in eine Schüssel geben. Werden tiefgekühlte Beeren verwendet, müssen diese mindestens angetaut sein. Die Äpfel schälen und in kleine Stücke schneiden und wie die Kirschen zu den Beeren geben. Den Apfelsaft aufkochen, das Pulver der Roten Grütze mit dem Saft der Kirschen anrühren und in den Apfelsaft geben. Dieses noch einmal aufkochen lassen und über das Obst giessen. Alles miteinander verrühren und gegebenenfalls mit Zucker abschmecken. Mit Frischhaltefolie abdecken und kalt stellen. Kurz vor dem Servieren mit Mandelstifte bestreuen.
Vanillesauce von obenDie Vanillesauce ist etwas aufwendiger und bedarf ein richtiges „Zeitgefühl“: Die Milch mit dem Rahm und der Vanille (Mark als auch Schote) aufkochen und zur Seite stellen. Die Eigelbe mit dem Zucker verrühren, bis sich letzterer aufgelöst hat und die Masse hell und cremig ist. Anschliessend das Salz hinzugeben. Nun die heisse Rahm-Milch-Mischung (Schote vorher entfernen) hinzugiessen und nochmals bis unter den Siedepunkt erhitzen. Dabei immer rühren! Auch diese im Kühlschrank kalt stellen bis zum Verzehr. Wer nun möchte, kann etwas Vanilleeis noch unter die Sauce geben – als Kind war das immer das Beste – kleine Eisberge in der Vanillesauce und dazu etwas von der Roten Grütze mit auf dem Löffel! Ich liebte es und meine Kinder auch.Vanillesauce und Rote Grütze

Zutaten für „Omas Nusskuchen“:
300 gr Zucker
375 gr Butter
1 Päckchen Vanillezucker
8 Eier
375 gr Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Vanillesalz
200 gr geriebene Haselnüsse
200 gr gehackte Schokolade
1 EL Rum

Die Zubereitung geht hier sehr schnell und unkompliziert: Butter und Zucker inkl. Vanillezucker schaumig rühren. Die Eier nach und nach unterrühren. Die restlichen Zutaten vermischen und zur Ei-Zucker-Masse geben und ebenfalls miteinander verrühren. Die Masse in eine gefettete Form geben und im vorgeheizten Ofen (Heissluft) bei 180 Grad ca. 50-60 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen. Anschliessend aus der Form nehmen und wenn er ausgekühlt ist nach Lust dekorieren (mit Puderzucker, mit weisser oder dunkler Kuvertüre etc.).

verpacktNun WIE verpacken? Es sollte ja auch nett aussehen. Kindheitserinnerungen hin oder her – so kurz vor Ostern musste die Verpackung etwas mit Ostern zu tun haben. Vor einiger Zeit habe ich dieses süsses Osterkörbchen/-nestchen gefunden. Rote Grütze als auch die Vanillesauce füllte ich in zwei Weck-Gläser, die ich ebenfalls extra für das Geschenk erstanden habe. Sehen die nicht Klasse aus? Den Kuchen backte ich in verschiedene Formen und verwendete die, die einfach noch in das Körbchen passte. Noch ein bisschen Gras und eine schöne Osterkarte – fertig war das Geschenk!

Tartelette NahaufnahmeGestern kam meine Tauschpartnerin zu uns und wir lernten uns ein bisschen kennen. Ich backte dafür noch schnell kleine „Apfel-Käsekuchen-Tartelettes“ (falls jemand das Rezept haben möchte, kann sich bei mir melden). Ich fand das super nett, dass sie zu uns gekommen ist. Ich hoffe sehr, dass wir uns wieder sehen werden. Schaut doch mal bei ihr auf ihrem Blog vorbei: „ZumKaffee„. Sie macht viele Leckereien!

 

 

fertige KorbFAZIT: Bei dieser Aktion werde ich bestimmt noch einmal mitmachen, denn allein die Zuteilung des Partners, das spannende Warten auf das Thema und dann die Umsetzung von „Was mache ich bloss“ bis hin zu „Wie verpacke ich es am besten“ machte mir sehr viel Spass. Das schönste ist aber, dass ich meine Tauschpartnerin kennen lernen und ihr persönlich auch mein Geschenk übergeben konnte. Für mich gibt es nichts schöneres als Menschen etwas zu schenken und wenn es auch noch gut ankommt, ist die Freude um so grösser! Danke an die Organisatorinnen für diese tolle, lustige IDEE!!!! Danke auch an meine Tauschpartnerin, dass sie persönlich vorbeigekommen ist. So konnten ich nicht nur sie kennen lernen als auch mehr über ihre Kindheitserinnerungen erfahren. Vielen Dank für die vielen Leckereien – wir sind schon eifrig am Probieren!

Euch allen wünsche ich FROHE OSTERN! Frohe Ostern

 

 

 

 

 

Quellenangabe:

„Rote Grütze“ – Rezept von meiner Mama
„Vanillesauce“ – Rezept von Herrn Markus Neff – Link zu Wikipedia
„Omas Nusskuchen“ – Rezept von meiner Oma

1 Comment

  1. Ute

    3. April 2013 at 12:38

    Super Seite, mach weiter so!! Viele liebe Grüße Ute

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