Mohnrezepte – 3 Kuchen

CoverKochen und backen mit Mohn“ von Modesta Bersin, erschienen im AT Verlagdieses Buch möchte ich Euch heute vorstellen. Letztes Wochenende hatte mein Patenkind Erstkommunion und was bedarf es bei so einem Familienfest?

Aus Sicht des Kommunionkindes: viele Geschenke,
die Eltern: einen reibungslosen Ablauf des Festtages mit einem glücklichen Kind und
die Gäste erhoffen sich: ein tolles Fest bei gutem Wetter mit feinem Essen und Kaffee und Kuchen. :-)

Glücklicherweise essen bei uns in der Familie alle gerne Mohn, so dass sich quasi mir das Buch „aufdrängte“ einige Kuchenrezepte auszuprobieren, um anschliessend eine Rezension schreiben zu können. Entsprechend suchte ich mir folgende 3 Rezepte aus:

  1. Schoko-Mohn-Torte mit gemischten Beeren
  2. Mohnbirnen mit Schmand
  3. Mohn-Mokka-Kranz

Das Buch beinhaltet nicht nur Kuchenrezepte, sondern vieles mehr – schon allein mit Hinblick auf den Titel: Kochen und backen…! 75 Rezepte enthält das Buch, rund um die Zutat „MOHN“. Nach einem kurzen Vorwort der Autorin wird dem Leser „Mohn, Mohngewächse, Mohnsamen, … und Mohn in der Küche“ näher gebracht. Nach dem kurzen Theorieteil schliesst sich schon der Rezeptteil an und da heisst es: „Frühstücksgerichte, Mohnaufstriche, Rohkost mit Mohnöl und Mohnsamen, Herzhafte Gerichte, Brot und Brötchen, Kuchen und Desserts und Gebäck“. Abgerundet wird das Buch mit einem Glossar und einigen Tips aus der Küchenpraxis, wie auch einem Adressverzeichnis. Eine kurze Danksagung seitens der Autorin und dem Rezeptverzeichnis bilden den Schlussteil des Buches.
Zu 95% wird jedes Rezept auf einer Doppelseite mit Foto aufgeführt. Sowohl die Grösse der benötigten Form, als auch die Mengenangabe bezüglich Personenanzahl bzw. Anzahl der Stücke wird Eingangs kurz aufgeführt, so dass der Leser eine Grössenmenge aus den aufgeführten Zutaten erhält, was ich als sehr praktisch empfinde. Mir hilft dies beispielsweise beim Umrechnen für andere Backformen.
Wie auch schon beim Buch „Backen mit Buchweizen„, welches ich schon vor einiger Zeit vorstellen durfte, ist mir auch hier aufgefallen, dass die Beschreibung der Zubereitung sehr knapp gehalten ist. Die Autorin hält sich nicht mit langen bzw. detaillierten Beschreibungen der notwendigen Arbeiterschritten auf. Ich empfinde das als sehr schade, da viele ungeübte „Bäcker“ in die Irre geleitet werden und entsprechend mit dem Ergebnis unzufrieden seien könnten. In den unten stehenden Rezepten habe ich meine Schritte der Zubereitung beschrieben. In Klammern findet ihr wieder meine hinzugefügten und/oder abgeänderten Zutaten.

Gefallen hat mir in dem Rezeptteil, dass Frau Bersin Variationsmöglichkeiten in der Zutatenliste anspricht, d.h. einige Zutaten können durch andere ersetzt werden, was ich als sehr praktisch empfinde. Zudem findet man bei den Kuchenrezepte immer die Anmerkung, dass der Zucker auch mit Honig ersetzt werden kann. Ich selber habe es nicht ausprobiert, aber ich kann mir gut vorstellen, dass man mit einem geschmacklich eher neutralen Honig, z.B. hellen Blütenhonig, ebenfalls sehr gute Ergebnisse erzielen kann.

Nun zu den ausprobierten Rezepte, denn schliesslich lässt sich ein Buch am besten in der Praxis beurteilen:

Schoko-MOhnSchoko-Mohn-Torte mit gemischten Beeren (für 1 Springform 26 cm Durchmesser)

Zutaten:
150 gr Butter
150 gr Vollrohrzucker
5 Eier
250 gr gemahlenen Mohn
100 gr Schokoraspel
(eine Prise Salz noch hinzugefügt)

100 ml Sahne, steifgeschlagen zum Garnieren
400 gr gemischte Beeren

Zubereitung:
Den Backofen auf 175 Grad Umluft vorheizen und die Form mit Butter ausfetten und mit gemahlenen Nüssen ausstreuen.
Butter mit Zucker schaumig rühren. Die Eier trennen und das Eiweiss mit der Prise Salz steif schlagen. Die Eigelbe zur Butter-Zucker-Masse geben und unterrühren. Mohn und Schokoraspel hinzugeben und ebenfalls unterrühren. Das Eiweiss zum Schluss unter die zähe Masse vorsichtig unterheben. Ich habe 1/3 Eiweiss mit Hilfe des elektronischen Rührgerätes untergerührt, somit war der Teig nicht mehr ganz so zäh. Den Rest konnte ich anschliessend mit der Hand und eines Kochlöffels einfach unterziehen. Den fertigen Teig in die Form umfüllen, glatt streichen und für rund 30-45 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen.

Den Teig habe ich am Vortag gebacken, so dass ich ihn nur noch mit der Sahne und den frisch gewaschenen Beeren verzieren – schnell und einfach. Die Sahne dafür steif schlagen und den Rand des Kuchens damit einstreichen. Die Beeren waschen, abtropfen und etwas trocken tupfen und auf den Kuchen verteilen. Damit die Beeren besser halten, habe ich auch die Oberseite des Kuchens dünn mit Sahne bestrichen – quasi mein „Klebstoff“! :)

Schoko-MOhn Seite

FAZIT: Der Kuchen war sehr lecker: saftig, nicht zu süss und mit den Beeren ein „Träumchen“! Die Schokolade schmeckte man dezent heraus, was aber wunderbar mit dem Mohn harmonierte! Den Kuchen werde ich bestimmt noch mehrmals backen!

 

Apfel nach dem BackenMohnbirnen mit Schmand (für ein Kuchenblech)

Zutaten:
100 gr Butter
100 gr Rohrohrzucker
4 Eier
200 gr gemahlenen Mohn (leider hatten wir uns im Supermarktregal vergriffen und anstelle von 600 gr Mohn haben wir 400 gr Mohn und 200 gr gemahlene Walnüsse genommen, entsprechend habe ich mich bei diesem Kuchen für die Packung „Walnüsse“ entschieden und die 400 gr gemahlene Mohnpackungen für die 2 anderen Kuchen verwendet)
(eine Prise Salz noch hinzugefügt)

Schmandmasse:
200 gr Quark
200 gr Schmand
100 gr Vollrohrzucker
2 EL Maismehl
2 Eier
(hier habe ich noch Vanillemark der Masse beigefügt)

6 Birnen – hier habe ich Äpfel genommen, da meine Schwester noch kiloweise Äpfel im Vorrat hatte
(Zitronensaft)

Zubereitung:
Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und das Blech ausfetten, ggf. mit einem Backpapier auslegen.
Butter mit Zucker schaumig rühren und die Eier einzeln unterrühren. Zum Schluss den Mohn bzw. bei mir die Walnüsse und die Prise Salz unterrühren. Masse auf das Blech geben und glatt streichen.
Die Äpfel schälen, entkernen und in dünne Streifen schneiden und mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden.
Für die Quarkmasse alle Zutaten miteinander abmessen und cremig rühren. Die Masse auf die Mohnmasse geben und verstreichen. Gemäss Frau Bersin bedarf es kein Durchmischen der Schichten, denn sie würden sich beim Backen vermischen. Zum Schluss die Äpfel/Birnen verteilen und für rund 30 Minuten in den Ofen – goldbraun backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Leider haben sich meine beiden Schichten nicht automatisch vermischt. Schade, somit empfehle ich mittels einer Gabel die Schichten leicht zu durchmischen!

FAZIT: Der Kuchen war ebenfalls recht einfach und schnell gemacht. Er duftete herrlich, nur probieren konnte ich ihn nicht. Wir hatten an der Kommunion so viele Kuchen, dass wir diesen zurückhielten, denn meine Schwester hatte noch an den folgenden Tagen Gäste, die sich über Kuchen freuten. Aber ich denke und hoffe, dass er sehr lecker war!

 

Mokka Torte (1)Mohn-Mokka-Kranz (für eine Kranzform von 24 cm Durchmesser):

Zutaten:
150 gr Butter
150 gr Vollrohrzucker
3 Eier
200 gr gemahlenen Mohn
1 TL Weinsteinbackpulver
(eine Prise Salz noch hinzugefügt)

Zutaten für die Füllung:
1 Päckchen Schokoladenpuddingpulver (zum Kochen)
400 ml Milch
60 gr Vollrohrzucker
3 gestrichene TL Pulverkaffee
200 gr weiche Butter (Zimmertemperatur)
Schokomokkabohnen
(falls bei Euch ebenfalls die Masse gerinnen sollte, benötigt ihr noch 200 ml Sahne und 1 Päckchen Sahnesteif, aber dazu unten mehr ;-)

Zubereitung:
Den Backofen auf 175 Grad Umluft vorheizen und die Form ausfetten und mit gemahlenen Nüssen oder Mehl ausstreuen.
Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren und nach und nach die Eier unterrühren. Mohn, Salz mit Backpulver mischen und zur Butter-Zucker-Ei-Masse hinzugeben und kurz durchmischen. Teig in die Form geben, glattstreichen und ihn in der Ofenmitte ca. 35 Minuten backen. Herausnehmen und etwas auskühlen lassen. Eigentlich sollte der Kuchen aufgegangen sein, was leider bei mir NICHT der Fall war (ich weiss selber noch nicht warum), so dass man ihn 1-2 mal quer durchschneiden sollte. Letzteres entfiel bei mir. Somit musste Plan B herangezogen werden, d.h. Crememasse war keine Füllung, sondern diente bei meinem Kuchen als Topping! ;-)
Für die Füllung den Schokoladenpudding nach Packungsanleitung mit Milch und Zucker kochen. Zum Schluss noch das Kaffeepulver hinzugeben und unterrühren. Nun heisst es im Buch, dass die Butter nicht zu kalt sein darf, ansonsten bestünde die Gefahr, dass die Masse gerinnen würde. Entsprechend liess ich die Butter einige Stunden bei Raumtemperatur draussen liegen und mischte sie esslöffelweise unter den noch heissen Pudding. Tja, und da war es auch schon geschehen, denn die Masse teilte sich vom Fett! :-(. Tja, nun war guter Rat teuer! Lasst Euch gesagt sein, der Pudding muss somit ebenfalls Zimmertemperatur haben!!!!

Bei mit was es nun geschehen und was nun? Gott sei Dank hatte meine Schwester Sahne übrig, die ich mit Sahnesteif steif schlug. Die Puddingmasse mit der flüssigen Butter versuchte ich mittels eines Siebes zu trennen, so dass ich nur noch die Puddingmasse hatte. Letztere rührte ich ebenfalls portionsweise unter die steifgeschlagene Sahne. Den Kuchenteig legte ich auf eine Tortenplatte und spannte den Tortenring noch einmal herum. Die fertige Creme strich ich auf den Teig, streute die Mokkabohnen darüber und deckte das ganze mit Alufolie ab. Über Nacht im Kühlschrank, durchgekühlt, war die Crememasse fest geworden, so dass die Torte ohne Ring serviert werden konnte.

FAZIT: Ich war sehr skeptisch von dem Kuchen. Schon als der Teig nicht aufgegangen ist und als dann noch die Buttercreme misslang, kam bei mir schon das Gefühl hoch, dass es nicht schlimmer kommen konnte. Von da an hiess es nur noch „experimentieren“! Das Ergebnis liess sich sehen, optisch als auch geschmacklich war die Torte sehr fein. Ja, ich denke sogar besser als er mit der Buttercreme gewesen wäre, denn durch die Sahne mit dem Pudding war die Masse nicht so mächtig und wirkte auch leichter zum saftigen Monhnteig. Sehr lecker!

Stück Mokka

FAZIT vom BUCH: Das Buch ist für meine Zwecke in Ordnung. Die Resultate entsprechend nicht immer der Abbildungen, aber vielleicht liegt es auch an den sehr kurz gehaltenen Zubereitungsschritte. Geschmacklich waren die Kuchen sehr lecker. Mir fehlte der gewisse Pfiff – optisch als auch geschmacklich! Für den geübten Bäcker und für den Alltag ist das Buch meines Erachtens empfehlenswert.

Cover

Soweit von mir, wünsche Euch ein schönes Pfingstwochenende, bis bald, Eure Ina

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