Holländer Kirschtorte und Pflaumen-Cupcakes mit Vanille-Topping

NahaufnahmeEndlich komme ich dazu Euch von meinem letzten Torten-Projekt zu berichten. Im August hatte meine Schwiegermutter Geburtstag, ihren 70.. Dieser besondere Anlass braucht natürlich auch eine besondere Torte. Meine Wahl fiel auf ein Rezept aus dem Buch „Das grosse Buch vom Backen“ (Rezension hier). In dem Buch werden kleine Törtchen vorgestellt, aber ich brauchte und wollte eine Torte, so dass ich die Rezeptmenge auf das 1.5 fache erhöhte, damit ich genug Masse hatte für eine normal grosse 28 cm Durchmesser grosse Torte. Die Einzelteile der Torte an sich waren in der Herstellung recht einfach, man benötigt einfach Zeit hinsichtlich Abkühlung der Komponenten. Die Fertigstellung ist dann auch wieder ein Leichtes, aber das Anschneiden war recht tückisch, so dass ich das nächste Mal etwas ändern würde, aber dazu am Ende mehr.

Holländer Kirschtorte“ = ist eine Art Schwarzwälder Kirschtorte nur ohne Alkohol und nicht mit einem Schokoladen-Nuss-Biskuitteig, sonder mit Blätterteig und Wiener Boden. Hinsichtlich Cremigkeit und Fruchtgehalt sind sie sich recht ähnlich. Das besondere ist der Blätterteiganteil und – wie ich finde – die Creme, die zum Einen aus Vanillepudding und zum Anderen aus einer Sahnecreme besteht. Geschmeckt hat jeder Part für sich schon allein, so dass das Zusammenspiel am Ende sehr fein war.

Zutaten:

Blätterteig – 2 Rollen

Vanillecreme
3 TL Zucker
1.5 Päck. Vanillezucker
2.5 EL Vanille-Puddingpulver
255 ml Milch

Wiener Boden
3 Eier (150 gr)
90 gr Zucker
1.5 Prisen Salz
60 gr Mehl
1.5 EL zerlassene Butter
gute Msp. abgeriebene Bio-Zitrone

Sauerkirschfüllung
270 gr Sauerkirschen
150 ml Kirschsaft
3 TL Speisestärke
3 EL Zucker
1.5 Msp. Zimtpulver
1.5 EL Zitronensaft
1.5 EL Himbeerkonfitüren (Kirschkonfi)

Garnitur
120 gr Kirschkonfi
225 gr Fondant
Kirschen

Holländersahne
3 Blatt Gelatine
375 gr Sahne
1.5 EL Puderzucker
2 cl Kirschwasser
1.5 Msp Vanillemark
1 Prise fein geriebene Tonkabohne (Vanillemark) – Tonkabohne hatte ich leider nicht, so dass ich mehr Mark verwendet habe

 

Zuerst die Vanillecreme als auch die Kirschfüllung zubereiten, da diese am längsten brauchen bis sie vollständig durchgekühlt sind. Für die Vanillecreme Zucker, Vanillezucker und Puddingpulver mit der Milch anrühren. Anschliessend die Mischung aufkochen – dabei unbedingt immer rühren, da sie sehr schnell andickt und leicht am Topfboden anbrennt. Empfehlenswert ist auch einen kleinen Topf, in dem man die Masse dann umfüllt, gleich parat zu stellen. Die heisse Creme umfüllen, mit Frischhaltefolie abdecken und kalt stellen.

Die Kirschen abtropfen – Tiefkühlware muss vorher aufgetaut und abgetropft sein – und den Saft dabei auffangen. Die Stärke mit etwas Saft glatt rühren und den restlichen Saft mit Zucker, Zimt, Zitronensaft und Konfitüre zum Kochen bringen und dabei ebenfalls immer umrühren. Sobald die Flüssigkeit kocht, die Stärke mit hinzugeben, binden lassen und die abgetropften Kirschen mit untermischen, ebenfalls kalt stellen.

Der Wiener Boden ist eine Art Biskuitteig, ist aber feinporiger und saftiger. Der Teig eignet sich sehr gut als Basis für diverse Torten. Bei der Herstellung muss einzig darauf geachtet werden, dass die Masse nicht zu lange gerührt wird, da sie sonst wieder zusammenfällt. Zuerst aber den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Eier mit Zucker und Salz über einen Wasserbad schaumig aufschlagen. Die Masse wird dabei richtig hellgelb und luftig. Das Mehl hinzugeben und vorsichtig unterheben. Die geschmolzene Butter und die Zitronenschale unterziehen und in die mit Backpapier ausgelegte Tortenform geben. Glatt streichen und in der Backofenmitte rund 6-8 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen.

Den Blätterteig ausrollen und im heissen Ofen bei 190 Grad Ober-/Unterhitze 10 Minuten backen. Anschliessend ein Kuchengitter auf den Teig legen, damit er flach bleibt. Ofentemperatur auf 160 Grad runterstellen und weitere 30 Minuten fertig backen. Herausnehmen und ebenfalls auskühlen lassen. Mit dem zweiten Teig ebenso verfahren.

Sobald alle Einzelteile kalt sind, kann die Torte zusammengestellt werden, d.h. die Konfitüre erwärmen und damit einen Blätterteigboden grosszügig bestreichen. Diesen mit einem Dessertring umhüllen. Anschließend den Wiener Boden darauf setzen und mit der Sauerkirschfüllung bestreichen. Zur Seite stellen, denn nun muss die Holländersahne zubereiten werden, d.h. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Währenddessen die Sahne mit dem Puderzucker steif schlagen und kalt stellen. Den Schnaps erwärmen und die ausgedrückte Gelatine darin unter Rühren zügig auflösen – Gelatine darf dabei nicht kochen! Anschliessend das Mark der Vanille und die Tonkabohne (ich hatte leider keine) zur Gelatine geben und verrühren. Die Masse nun zur Vanillecreme geben und alle miteinander verrühren. Die Sahne am Ende unterheben. Die Holländersahne auf die Kirschfüllung gleichmässig glatt streichen – Achtung: Suchtgefahr – nicht zu viel probieren, denn sonst ist nicht genug für die Torte da!!!! Die Torte nun mindestens 2 Stunden – ich habe sie über Nacht – kalt stellen. 

zu dicke SchichtAm Folgetag nun der Endspurt: Den Fondant nun über einem heissen Wasserbad glatt rühren und dabei etwas Läuterzucker hinzugeben, bis er glänzt und streichfähig ist. Dieser nun „ZÜGIG“ (!) auf den Blätterteigdeckel verteilen. Anfangs habe ich zu langsam gearbeitet, so dass der Fondant zu schnell fest wurde und nicht mehr verteilt werden konnte. Somit musste ich das wiederholen, damit eine weitgehend gleichmässige Schicht auf dem Deckel hatte. Entsprechend war meine Schicht leider – für mein Empfinden – etwas dick geworden. Auf jeden Fall kommt nun dieser Boden auf die Holländersahne und dann kann verziert werden. Ich hatte leider keine frischen Kirschen mehr, die ich gemäss Rezeptvorschlag mit Fondant verziert und mit einem Blättchen Minze auf die Torte legen könnte, was im Buch super schön aussieht. Ich musste mir also etwas anderes einfallen lassen. Als Garnitur stach ich aus dem übrig gebliebenen Blätterteig kleine Krönchen aus, die ich später mit weisser Kouvertüre überzogen habe. Nicht super schön, aber ein einfaches „schön“ war es am Ende doch! :-)

Was würde ich verbessern bzw. anders machen? Ich würde den Blätterteig in die Anzahl der Stücke vor dem Draufsetzen auf die Torte zuschneiden, so lässt sich später die Torte viel einfacher anschneiden – sprich die Optik bleibt weitgehend erhalten. Oder man backt wirklich wie gemäss Originalrezept kleine Runde Törtchen, die man am Ende gar nicht anschneiden muss. :-)

Torte von oben mit Kronen

FAZIT: Die Torte war sehr gut:

  • nicht süss auch wenn viel Creme enthalten ist,
  • sehr fruchtig mit den Kirschen und der Konfitürenschicht,
  • knusprig und leicht, durch den Blätterteig und
  • auch saftig durch den Wiener Boden.

==> Somit zusammengefasst: Unbedingt ausprobieren und wiederholungswürdig! Kleiner Tip noch gemäss Rezeptvorschlag: Die Torte kann man auch als Halbgefrorenes servieren, dass heisst einfrieren und vor dem Essen etwas antauen lassen. Stelle ich mir SEHR  lecker vor! 

Zwetschgen-Cupcakes nahNeben der Torte backte ich noch ein paar Mini – Zwetschgen-Cupcakes mit Vanilletopping. Die Zubereitung war hier sehr einfach, denn als Grundteig nahm ich das Rezept vom Zwetschgenkuchen (Rezept hier), reduzierte den Zuckeranteil und fügte noch 80 gr klein geschnittenes Marzipan und zusätzlichen Zwetschgenstücke hinzu. Das Topping war noch übrig von den Nuttella-Cupcakes (Rezept siehe hier) und somit war das keine grosse Aktion. Damit die Zwetschgenhälften so schön glänzen habe ich sie in schnell angerührten Tortenguss gelegt. So hielten sie auch über einige Stunden einen schönen Glanz.

Geschmeckt haben sie sehr gut. Die kleine „Dinger“ waren ratz fatz weg und so sollte das auch sein! :-) Folgend ein paar Bilder:

Zwetschgen-Cupcakes

ein mini

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