Red Velvet Cheesecake – eine Torte ohne rote Farbe

CoverEin neues Rezept aus dem Buch „Torten“ von Linda Lomelino (AT Verlag) stelle ich heute Euch vor. Meine Nichte hatte vergangenen Samstag Geburstag und zwar ihren 5. – oh man, wie schnell die Zeit vergeht! Zum 5. Geburi braucht man eine richtige Torte, die gross, cremig und vor allem bunt ist. Also, da war die Wahl schnell gefallen: „Red Velvet Cheesecake“ ein Kuchen in roter Farbe mit etwas Schokolade im Teig und einer cremigen Füllung plus ausreichend Platz für eine bunte Verzierung! Gesagt getan, am Vorabend wurde gebacken und am eigentlichen Tag zusammengesetzt und verziert – alles kein Problem und auch gar nicht so schwierig.

grosse TorteWas wird benötigt – wie immer in Klammern geschriebene Ergänzungen sind meine Änderungen/Anmerkungen zum Originalrezept)?

Für eine Springform von 20 cm Durchmesser – Teigboden:

250 ml Milch
1 EL Weissweinessig
225 gr Weizenmehl
1 TL Natron
1 EL ungesüsstes Kakaopulver
2 EL Speisestärke
240 gr Zucker
2 grosse Eier
200 ml Sonnenblumenöl

2 EL rote Lebensmittelfarbe (tja, leider hatte meine Schwester keine rote Farbe mehr, so dass ich orange und gelb mischen musste – also nichts mit rotem Kuchen :-()

Für den Boden (ich habe den Teig auf einmal gebacken und am nächsten Tag einfach durchgeschnitten, das ging problemlos; natürlich kann man auch gemäss Rezept die Masse auf 2 Formen verteilen, so spart man sich das durchschneiden) die Form bzw. Formen mit Butter oder Öl ausfetten und mit Mehl oder ich bevorzuge gemahlene Mandeln oder Haselnüsse ausstreuen und zur Seite stellen. Den Backofen auf Ober-/Unterhitze  auf 175 Grad vorheizen.

Teig vor dem DurchschneidenDie Milch mit dem Essig vermengen und mindestens 20 Minuten ziehen lassen (bei Raumtemperatur) bis die Milch leicht „ausflockt“. Währenddessen Mehl, Natron, Kakaopulver und Speisestärke und Zucker in einer grossen Rührschüssel vermischen. In einer zweiten Schüssel die Eier mit dem Öl und der Farbe verquirlen und die leicht gestockte Milch-Essig-Mischung unterrühren. Zum Schluss die Mischung zu den trockenen Zutaten geben und etwa 1 Minute lang rühren. Den Teig in die Form/Formen geben und auf mittlerer Schiene rund 20-30 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen. Zugedeckt über Nacht kalt stellen.

Die Zutaten der Cheesecake-Füllung – die selbe Grösse wie der Teig! – sprich 20 cm Durchmesser:

600 gr Doppelrahmfrischkäse
140 gr Zucker
1 Zitrone, 1 EL Saft und abgeriebene Schale
2 grosse Eier
150 gr Sauerrahm (ich habe Magerquark verwendet)
1 EL Weizenmehl (fein gesiebt)

Für die Füllung wird der Ofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorgeheizt. Zudem benötigt man ein tiefes Backblech und heisses Wasser, denn die Form wird quasi in einem Wasserbad gestellt und gebacken. Die Backform habe ich mit Öl eingepinselt und den Boden mit Backpapier ausgelegt. Die Form wird anschliessend mit einer Alufolienverkleidung ausgestattet. Dabei 2 lange Alufolienstreifen zu einem Kreuz legen und die Form in die Mitte stellen. Die vier Streifen nun so zusammenlegen, dass zum Schluss der Rand der Form mit Alufolie verkleidet ist. Unbedingt die Folie fest andrücken, dass kein Wasser zur Form vordringt!

Frischkäse, Zucker, Zitronenschale und –saft glatt rühren. Die Eier unter Rühren hinzu geben und alles gut miteinander vermengen. Den Rahm (Quark) als auch das Mehl zum Schluss beigeben und verrühren. Masse in die Form schütten, glatt streichen und auf das tiefe Backblech stellen. In den Ofen schieben (auf die untere Ebene) und das heisse Wasser auf das Blech giessen – so viel bis die Form zu 1/3 in Wasser steht. Der Kuchen benötigt rund 50 Minuten im Ofen, dabei soll der Rand gestockt und die Mitte noch etwas flüssig sein. Die Oberfläche darf zudem nicht braun sein. Den Ofen ausschalten und mit einem scharfen Messer der Rand der Füllung von der Form lösen, so vermeidet man eventuelle Spannungsrisse beim Abkühlen der Masse. Ich habe also den Ofen ausgeschaltet, die Füllung mit dem Messer von der Form gelöst und bei leicht geöffneter Ofentür den Kuchen auskühlen lassen. Nach rund 1 Stunde habe ich die Form herausgenommen, den Alufolienkranz entfernt und bei Zimmertemperatur weiter abkühlen lassen. Bevor ich dann ins Bett gegangen bin, habe ich die Form mit Alufolie bedeckt und in den Kühlschrank gestellt. Am nächsten Tag – ca. 5 Stunden vor Partybeginn – stellte ich den Cheesecake ins Gefrierfach, denn gemäss Backbuch ist er im gefrorenen Zustand einfacher zu Handhaben beim Zusammenstellen der Torte. Währenddessen rührte ich schon mal die Frischkäsecreme zum Verkleiden der Torte zusammen. Dafür benötigt man:

300 gr Doppelrahmfrischkäse
120 gr Puderzucker
300 ml Rahm (Vollrahm, damit er richtig steif wird)

(leider benötigte ich noch 3 Blätter Gelatine, denn meine Creme wurde zu flüssig und so konnte ich sie wieder streichfähig machen)

Für die Creme wird der Rahm steif geschlagen. Der Frischkäse mit dem Zucker kurz vermengen –nicht zu lange rühren, ansonsten wird der Frischkäse zu flüssig! – und der Rahm vorsichtig untergehoben. Bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Zusammenstellung bzw. Finalisierung der Torte:

TeigplatteWie oben schon erwähnt musste ich meinen Teig einmal quer durchschneiden. Den unteren Teil legte ich auf die vorgesehene Tortenplatte. Darauf legte ich den gebackenen, gefrorenen Cheesecake und bedeckte diesen mit dem oberen Teig, wobei die Schnittstelle nach Aussen also nach oben schaute. Den Kuchen für ca. 1 Stunde in den Kühlschrank stellen, denn der Cheesecake könnte beim Auftauen etwas aus der Form geraten, so dass man diese „überstehende“ Masse vor dem Einkleiden mit der Creme noch entfernen kann. Bei mir passierte dies nicht,  so dass ich ihn mit der Creme grosszügig einstreichen konnte. Das Einstreichen am besten in zwei Etappen machen, so erhält man eine feine, krümelfreie weisse Aussenschicht. Also, einmal einstreichen und dabei eventuelle Löcher und/oder Krümel kaschieren, für 15 Minuten kalt stellen und noch einmal einstreichen.

zusammengesetztNun kann die Torte nach Belieben verziert werden – ob mittels einer Gabel ein Muster in die Creme geritzt wird, oder Marzipanfiguren/-kreationen verwendet werden – ich habe einfach kleine Schokolinsen und bunte Streusel verwendet.

Kleine Anmerkung zu meiner Tortengrösse – ich habe die doppelte Rezeptmenge für eine Springform vn 30 cm Durchmesser gemacht, wobei die Teigmenge zum Schluss zu viel war, so dass ich 1/3 der gebackenen Teigmenge einfrieren konnte. Der Cheesecake war mengenmässig reichlich und die Frischkäsecreme war mengenmässig leider auch zu viel oder man streicht die Torte 4 Mal ein. Also nicht über die Grösse der Torte auf den Fotos wundern!

gross cremig und saftig 2

FAZIT: Die Torte war optisch ein „Hingucker“ und die Kinder waren von den bunten Streussel begeistert auch wenn der Boden leider nicht „rot“ war! Nun gut, dass wusste ja nur meine Schwester und ich, wie er im Original eigentlich aussehen sollte. Die Erwachsenen waren von der Höhe und Grösse der Torte beeindruckt! Ein weiterer Vorteil war, dass man die Torte ganz einfach mit einem grossen Sägemesser und heissem Wasser zerteilen konnte ohne Gefahr zu laufen, dass die Stücke „Matsche“ und die Torte optisch eine Katastrophe wird!

Nun aber zum Geschmack: Die Torte ist saftig, cremig und nicht zu süss. Der Teig ist locker und saftig in der Konsistenz und die Creme in der Mitte schnittfest – optimale Kombination. Ein Stück von der Torte schmeckt himmlisch, das zweite Stück ist schon zu viel – ist ja auch eine rechte „Bombe“. Zudem  fehlte mir persönlich die Fruchtkompomente – vielleicht würde ich das nächste Mal ein feines passiertes Himbeerpüree über die Torte giessen und z.B. mit frischen Himbeeren die Torte verzieren oder das Püree auf den unteren Boden grosszügig streichen….oder einfach das Püree dazu reichen, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Auf jeden Fall die Torte ist sehr lecker, ein Hingucker und unkompliziert in der Herstellung! Sie erfüllte das, was gemäss Buch versprochen wird!

5. Geburi

Falls Fragen bestehen gemäss Zubereitung, bitte einfach melden. Viel Spass dabei und lasst sie Euch schmecken! Eure Ina

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