Erdbeer-Joghurt-Sahne-Torte mit Basilikum

Torte von oben im RingEine „Erdbeer-Joghurt-Sahne-Torte mit Basilikum“ an einem sonnigen Sonntag nachmittag – das ist doch wie Urlaub im Kleinformat, oder?

Die Züchter von unserem Finn (Wer Finn ist? hier) kamen gestern zu Besuch und eine bessere Gelegenheit eine sommerliche Torte auszuprobieren, gibt es wohl nicht, oder? Das Rezept fand ich in meinem neuen Backbuch „Das grosse Buch vom Backen (Teubner Edition)„, was mir liebenswürdigerweise der Verlag „Gräfe und Unzer“ zur Rezension überlassen hat. Das Backbuch umfasst unter anderem sehr viele schöne, traditionelle als auch moderne Backrezepte. Das Buch wird mich in den nächsten Wochen begleiten und ich werde es Euch ausführlich vorstellen. Aber zurück zur „Erdbeer-Joghurt-Sahne-Torte mit Basilikum“, die sprach mich nicht nur wegen des sehr schönen Aussehens an, sondern die Kombination aus Joghurt, Erdbeeren und Basilikum machte mich richtig „gluschtig“ (Schweizer Wort für „Lust – etwas macht Lust“)!

Das Rezept bedarf vor allem Zeit, Geschicklichkeit und wie immer Lust zum Backen! :-)

Zutatenliste für eine Torte mit ca. 24 cm Durchmesser:

Biskuit:
3 Eier
3 EL Stärke
70 gr Zucker
3-4 EL Mehl

Erdbeer-Mousse:
4 Blatt Gelatine
280 gr frische Erdbeeren
1 EL Zitronensaft
50 gr Zucker
50 gr Erdbeerkonfitüre
200 gr Sahne (mind. 30% Fett)
1 Eiweiss

Joghurt-Basilikum-Creme:
4 Blatt Gelatine
8 gr Basilikum
50 gr Zucker
200 gr Joghurt
200 gr Sahne (mind. 30% Fett)
1 Eigelb

Garnitur:
12 Erdbeeren
50 gr frische Erdbeeren
50 gr Erdbeerkonfitüre
120 gr Sahne
12 kleine Basilikumblätter

Bis auf den zweiten Biskuitboden den ich durch einen Mürbeteigboden ersetzt habe, habe ich mich am Rezept gehalten.

Mein Zeitmanagement sah wie folgt aus: Am Vortag habe ich den Biskuit- und Mürbeteigboden als auch den Rand der Torte hergestellt. Am Sonntag Morgen rührte ich die Mousse und die Creme an und schichtete die Torte, die für einige Stunden kalt gestellt werden musste, damit die Massen auch fest werden. Gemäss Backanleitung kann die Torte über Nacht kaltgestellt werden. Eine Stunde vorher garnierte ich die Torte, quasi „Endspurt“!

Warum Mürbeteig fragt ihr Euch vielleicht? Ich liebe Mürbeteig und finde die feste Konsistenz in einer Torte, die nur aus cremigen und weichen Zutaten besteht, einfach ein muss, aber das ist bekanntlich Geschmackssache. Gemäss Rezept wurde aus der angegeben Zutatenmenge des Biskuits zwei Böden und den Rand gebacken. Die Menge ist meines Erachtens sehr knapp bemessen  und benötigt Übung, dass die sehr dünnen Einzelteile nicht beim Verwenden auseinanderbrechen. Ich konnte entsprechend meine beiden Teile (der Rand und den nur einen Boden) etwas dicker machen, so dass ich beim Schichten keine Gefahr lief, dass sie leicht zerbrechen.

Mürbeteig-Rezept von meiner Mama:
200 gr Mehl
60 gr Zucker
80 kalte (!) Butter
1 Ei
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
1 EL Rum

Die Menge reicht für 2 kleine Böden aus. Den Backofen vorheizen auf 180 Grad (Umluft)/200 Grad (Ober-/Unterhitze). Mehl, Zucker, Vanillezucker, Backpulver und Salz vermischen und mittels eines „Cutters“ die Butter unter die trockenen Zutaten vermengen. Falls kein Cutter vorhanden ist, kann man die Butter auch in kleine Würfel schneiden und mit den Händen in die trockenen Zutaten vermengen. Anschliessend das Ei und den Rum mit den Händen einarbeiten. Bitte dabei achten, den Teig nicht kneten, sondern das ganze mehr zusammenfügen! In Alufolie eingewickelt mindestens 30 Minuten kalt stellen. Halbieren und ausgerollt in eine gefettete Springform geben, mit Backpapier und Hülsenfrüchte belegen und im Ofen ca. 15 Minuten backen. Etwas auskühlen lassen und beiseite stellen. Die zweite Hälfte ebenfalls backen und bspw. mit Früchten belegen, Tortenguss darüber geben und ihn als leckeren Obstkuchen essen, oder im Rohzustand einfrieren. Ich habe ihn gebacken und eingefroren; für die nächste Torte.:-)

BiskuitrandFür den Biskuit die Eier trennen und 25 gr Zucker mit den Eiweisse steif schlagen. Die Eigelbe mit dem restlichen Zucker schaumig rühren und unter Rühren die Stärke als auch das Mehl unterrühren. Zum Schluss das Eiweiss unterheben, so dass eine schaumige Masse entsteht. Die Hälfte davon in einen Spritzbeutel mit Lochtülle füllen (oder in eine Plastiktüte geben und eine Ecke aufschneiden) und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech eine Art „Löffelbiskuits-Streifen“ spritzen. Mit Hilfe von Ess-Stäbchen habe ich mir die notwendige Höhe der Streifen auf dem Backblech markiert. Zwei Reihen werden so gespritzt und nach dem Backen in den Tortenring als Rand zusammengelegt. Wie ihr auf den Fotos vielleicht von mir feststellen könnt, hat es bei mir mit der Länge der Streifen nicht gereicht – zwei kleine Spalte – somit achtet bitte auch auf die Länge der Streifen. Gemäss Anleitung werden die Streifen noch vor dem Backen mit etwas Zucker bestreut. Ich habe das nicht gemacht, sondern sofort in den vorgeheizten Ofen (190 Grad Ober-/Unterhitze) 10 Minuten goldgelb gebacken. Währenddessen habe ich den Tortenring mit Frischhaltefolie eingekleidet, so löste sich die fertige Torte sehr gut vom Rand. Sobald sie fertig sind, das Blech herausnehmen, etwas abkühlen lassen und als Rand in den Tortenring geben. Mit Hilfe von Küchenpapier konnte ich die Streifen senkrecht in der Springform fixieren.
Aus dem übrig gebliebenen Teig zwei oder wie ich nur einen Biskuitboden backen. Dazu auf Backpapier einen (zwei) Kreis(e) von je 20 cm Durchmesser zeichnen und den Teig darauf verstreichen. Im Ofen ca. 10 Minuten backen, herausnehmen und auskühlen lassen. Das Backpapier entfernen.

3 Schichten SeitenansichtFür die Erdbeer-Mousse die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Erdbeeren rüsten (waschen, entstielen und grob klein schneiden) und mit dem Zitronensaft fein pürieren. Wem das Püree nicht süss genug ist, kann 1-2 EL Zucker hinzugeben. Die gut ausgedrückten Gelatineblätter in der heissen Konfitüre unter Rühren auflösen und zum Püree geben. Das Eiweiss mit 3 EL Zucker und die Sahne jeweils steif schlagen. Sowohl die Sahne als auch das Eiweiss unter das Püree geben und unterheben. Einen Bisuitboden bzw. den Mürbeteigboden in den Tortenring legen und die Mousse einfüllen. Den zweiten Boden oben drauf legen und etwas andrücken. Kalt stellen!

Für die Basilikum-Joghurt-Creme ebenfalls zuerst die Gelatine im kalten Wasser einweichen. Den Basilikum sehr fein hacken (ich habe das mit Zugabe des Zuckers mit dem Cutter gemacht). Den Joghurt cremig rühren und die Basilikum-Zucker-Mischung unterrühren. Gemäss Buch etwas Joghurt erwärmen und die ausgedrückte Gelatine darin auflösen. Ich habe statt dem Joghurt 1-2 EL Weisswein verwendet. Diesen richtig aufkochen und die Gelatine unter Rühren darin auflösen. Den Weisswein schmeckt man nicht und die Gelatine löst sich sehr gut darin auf. Auf jeden Fall die aufgelöste Gelatine unter die Joghurt-Masse geben. Die Sahne steif schlagen und ebenfalls unter die Joghurt-Masse heben. Das Ei über einem heissen Wasserbad dickcremig aufschlagen und unter die Masse als letztes zugeben. Die Masse auf den zweiten Biskuitboden verteilen und glatt streichen. Die Torte für ein paar Stunden kalt stellen – vorzugsweise über Nacht!

ErdbeerspiegelKurz vor dem Servieren 12 kleine Erdbeeren für die Garnitur fertig machen (ich benötigte nur 8 Stück). Die Erdbeerkonfitüre mit den frischen Erdbeeren pürieren und die Torte oben damit bestreichen. Ich habe die Masse zuvor noch durch ein Sieb gestrichen, damit ich einen wirklich schönen Spiegel erhalte (siehe Foto). Anschliessend die Sahne steif schlagen – wer mag kann sie natürlich noch bspw. mit Vanillezucker süssen – und mittels einem Spritzsack aufdressieren. Mit Erdbeeren und Basilikumblätter je nach Geschmack garnieren.

 

 

 

Stück SeitenansichtFAZIT: Ich hätte die Creme und Mousse schon am Vorabend zubereiten und die Torte damit füllen sollen, denn meine Erdbeer-Mousse ist nach dem Anschneiden ziemlich „haltlos“ gewesen – die obere Schichte ist quasi von oben heruntergerutscht. Geschmacklich war die Torte sehr erfrischend, leicht und harmonisch abgestimmt. Der Zeit- bzw. Arbeitsaufwand wird vollständig entlohnt. Ich backe sie auf jeden Fall wieder! 

Wenn Ihr eine Lieblings-Erdbeer-Torte habt, dann schickt mir bitte Euer Rezept! Ich bin sehr gespannt! Sommerliche Grüsse, Eure Ina!

 

Quellenangabe:

Das grosse Buch vom Backen

Titel: „Das grosse Buch vom Backen“ (Teubner Edition)
Verlag:  Gräfe und Unser Verlag (GU-Verlag)

 

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