Pie, Pie und noch einmal Pie

fertiger PieHallo miteinander, ich bin wieder aus Amerika zurück und mein Computer funktioniert wieder – somit entschuldigt bitte die kleine Blog-Pause.

Mit vielen neue Rezepten bin ich wieder zurück, denn ich habe mir in Amerika zwei neue Backbücher gekauft. Eines davon ist ein Buch nur über Pies. Warum Pies und nicht Cupcakes? Cupcakes habe ich in Boston probiert, aber ehrlich gesagt hat mich kein Cupcake richtig überzeugt (zu süss, zu mastig und zu kompakt – schade!).  Zudem – wer mich kennt – ich probiere gerne etwas Neues aus. Gute Pie-Backbücher sind hier in der Schweiz eine Seltenheit, somit befand ich mich in Amerika an der ultimativen Shopping-Quelle für Pie-Utensilien, wie Pie-Formen in allen Grössen, Pie-Crust-Shields, Pie Cutter, Pie Bücher uvm..

Was macht für mich ein „guter Pie“ aus? Folgende Kriterien sind für mich wichtig:

  • knuspriger Teig,
  • saftige Obstfüllungen und
  • nicht zu süss.

Die Variationsmöglichkeit, die der Fantasie keine Grenzen setzt (bzgl. Füllung, mit oder Eis serviert als feines Dessert? ….) spielt beim Pie-Backen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Entsprechend musste die Backform schon diverse Male ausprobiert werden. Zwei Rezepte möchte ich Euch heute vorstellen:

  • Kirsch-Pie
  • Rhabarber-Pie 

CoverDie Rezepte stammen aus dem oben erwähnten Buch „Ms. American Pie“ vom Verlag Race Point Publishing (bei Amazon bestellbar – Link hier). Das Buch ist unbeschreiblich persönlich geschrieben, die Anleitungen unkompliziert und nachvollziehbar und die Teigherstellung, das Verzieren von Pies, Teigalternativen etc. werden detailgetreu beschrieben.  Aber ich will jetzt nicht länger auf das Buch eingehen, sondern Euch meine zwei Rezepte zeigen. Probiert sie aus, vielleicht kommt auch Ihr auf den Geschmack? Ich bin ein Fan von dem Buch geworden und vor allem von den PIES! :-)

Kirsch-Pie

Rezept für 1 Teig – Boden und Deckel
1/2 (1 stick) Butter, kalt und in kleine Stücke geschnitten (112 gr)
1/2 cup vegetarisches „Shortening“, kalt (112 gr)
2.5 cup Mehl (Zopfmehl) (300 gr)
0.5 cup Mehl zum Ausrollen (60 gr)
Prise Salz
etwas eiskaltes Wasser

Kirschfüllung:
5-6 cups entkernte Kirschen (frisch oder aufgetaut) (ich hatte 1 kg Kirschen, beim nächsten Mal können es auch gut 1.3 kg sein)
1-1.5 cups Zucker (ich habe nur 1 cup verwendet, da ich Süsskirschen verwendet habe) (120-180 gr)
3 EL Tapiokastärke
Prise Vanillesalz

1 EL Butter
1 verquirltes Ei zum Bestreichen

Zubereitung:

Für den Kirsch-Pie muss gemäss Rezept die Füllung rund 20-30 Minuten ziehen. Entsprechend stellte ich sie zuerst her. Dafür habe ich die schon aufgetauten Kirschen mit Zucker, Stärke und Salz vermischt und ziehen lassen.

TeigFür den Teig das Mehl in eine grosse Schüssel geben und mit dem Salz vermischen. Die kalte kleingeschnittenen Butterstücke (ich habe kein Shortening wie Palmin Soft hier in der Schweiz bekommen, aber gemäss einer Verkäuferin in USA kann man auch Butter verwenden, somit gesagt getan: 225 gr) verteilen und mit den Fingern die Butter in das Mehl einarbeiten, dabei nicht (!)  kneten, denn sonst wird die Butter zu warm, sondern eher mit den Fingerspitzen die Butter verreiben, so dass am Ende nur noch erbsen-/mandelgrosse Butterklümpchen im Mehl zu sehen bzw. zu fühlen sind. Erst wenn dies erreicht ist, ein paar Tropfen vom Wasser über die Masse geben und mit den Händen durch die „Flocken“ gehen (als wären die Hände wie bei einem Salat das „Salatbesteck“) – vorsichtig und nicht kneten. Gemäss der Autorin Frau Beth Howard sollte man vier Mal durch den Teig „greifen“ und dann wieder etwas Wasser hinzugeben. Wieder vier Mal durch den Teig und so weiter. Erst wenn das Mehl-Butter-Wasser-Gemisch von sich aus zusammenhält, sollte man den Teig zusammendrücken. Wenn der Teig wieder auseinanderbricht, benötigt er mehr Wasser. Im Falle der Teig fühlt sich sehr feucht an, muss Mehl hinzugefügt werden.
Als nächstes den Teig durch zwei Teilen und jeden Teil zu einer flachen 2-3 cm hohen Scheibe drücken. Auf einer sauberen Fläche Mehl streuen und nun unter regelmässigem Wenden jeweils eine Teigscheibe ausrollen. Wie dünn muss er sein? So dünn, dass man durch ihn hindurchsehen kann (z.B. ein Muster vom Küchentuch). Wie gross muss er ausgerollt werden? – 4-5 cm grösser als der Durchmesser der Pieform, da die Tiefe der Form mit berücksichtigt werden muss.

Sobald der Teig fertig ausgerollt ist, bedarf es etwas Geschicklichkeit den Teig – ohne das er reisst – in die Pieform zu legen. Also, Ruhe bewahren und „Übung macht den Meister!“ Ich hatte Glück, mein Teig kam ohne Schäden in die Form – Uff!

FüllungDie Füllung in die Form geben, mit kleinen Butterflöckchen belegen und in den Kühlschrank stellen. Den Backofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und weiter mit den Deckel:
Für den Deckel die Teigscheibe wie den Boden mit Mehl, dünn und ausreichend gross ausrollen. Anstatt den Pie komplett mit einem Teigblatt zu bedecken, wollte ich als Besonderheit zum 5. Geburi die neue Ausstechform, die sich unser Sohn in USA ausgesucht hat, verwenden. Entsprechend war der Teig am Ende mit grossen Dinosauriern bedeckt! :-) Dinosaurier Deckel

Den Teig mit einem verquirltem Ei bestreichen und in die Ofenmitte stellen und 20 Minuten backen. Die Temperatur anschliessend reduzieren auf 190 Grad, den Pie mit einem Pie-Crust-Shield bedecken (falls man das nicht zur Hand hat, kann dies auch mit einem Streifen Alufolie – einfach einen breiten Streifen herstellen und auf den äusseren Rand der Pieform legen) weitere 30 Minuten backen. Die Füllung muss am Ende blubbern, daher unbedingt genug grosse Löcher in den Deckel vor dem Backen einschneiden!. Herausnehmen und auf einem Rost abkühlen lassen.

innen saftig und nicht zu flüssig

FAZIT: Ich habe den Pie einen Tag vorher gebacken und er schmeckte einfach himmlisch! Sehr fruchtig, nicht zu süss und der Teig einfach hmmmm lecker: etwas nach Butter, leicht salzig und er zerfällt auf der Zunge! Perfekt würde ich mal sagen!

Rhabarber-Pie

Rhabarber-Pie

Teig siehe Kirsch-Pie

Füllung:

900 gr netto, Rhabarber (rund 14 Stangen)
3 Eier
1.5 cups Zucker (davon 1 cup weissen und 1/2 cup braunen)
Prise Salz
1 TL Zimt (ich liebe Zimt, daher gehäuft!)
1/4 cup Mehl

1 EL Butter zum Belegen der Füllung
1 Ei zum Bestreichen

Zubereitung:

Teig Zubereiten gemäss Anleitung Kirsch-Pie

Füllung:
Rhabarber rüsten und in kleine Würfel zuschneiden. Die Eier in einer separaten Schüssel verquirlen. Zucker, Salz, Zimt und Mehl ebenfalls in einer weiteren Schüssel vermischen. Die Eimasse zu den trockenen Zutaten geben und verrühren. Anschliessend die Rhabarberstücke unterrühren. Masse auf den Teigboden verteilen, mit kleinen Butterflocken belegen und mit dem Teigdeckel abdecken, dabei Luftlöcher in den Deckel rein schneiden. Ich habe den ausgerollten Teig in Streifen geschnitten, um diese dann in Form eines Webmusters auf den Pie zu formen. Falls jemand Fragen hat, wie das im Einzelnen geht, kann er mir gerne einen Kommentar hinterlassen.
Rhabarber FlechtmusterZum Schluss noch mit Ei bestreichen und bei 220 Grad (Ober-/Unterhitze) 20 Minuten goldgelb backen. Das Pie-Crust-Shield (bzw. Alufolienband) auf den Pie legen und die Temperatur auf 190 Grad reduzieren. Weitere 30-40 Minuten backen. Der Kuchen ist fertig, wenn der Deckel goldbraun ist und die Füllung aus den Löchern „blubbert“! Herausnehmen und in der Form auskühlen lassen.

Rhabarber innen

FAZIT: Der Kuchen schmeckt einfach super lecker und wer Rhabarber mag, wird diesen Kuchen lieben. Auch diesen Pie habe ich einen Tag vorher gebacken und im Kühlschrank aufbewahrt. Bei Zimmertemperatur serviert und er war saftig, leicht säuerlich und der Teig leicht knusprig. Die Eier in der Füllung verliehen ihr eine unvergleichbare Konsistenz. 

Diese Pies, noch leicht warm mit Vanilleeis oder selbstgerechten Vanillesosse (Rezept hier) serviert, sind ein wunderbares Dessert! Ich hoffe, Ihr habt nun Lust auf Pies und probiert selbst die Rezepte aus! Viel Spass dabei und bis bald, Eure Ina 

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