Pflaumenmus – meine Backofentragödie

vor dem Backen2 Tage Backofenputzen und das für 5 Gläser Pflaumenmus? Neja, ich weiss nicht, ob das eine wirklich erfolgreiche Aktion war! Streng genommen ist es Zwetschgenmus, denn der Bauer hatte gerade keine Pflaumen.Egal, als ich das Desaster im Backofen gesehen habe, wollte ich erst die ganze Masse wegschmeissen. So ein Mist! Genau das hatte ich befürchtet, aber nachdem ich einige Rezepte im Internet – inklusive der Kommentare ! – gelesen hatte, einer schrieb sogar, dass sie es morgens in den Ofen stellt, dann zur Arbeit ginge, Mittags nach Hause kommt, es ausschaltet und abends abfüllen würde – alles gar kein Problem!, da dachte ich mir: „Ina, dann versuchen wir es im Backofen. Wenn andere das schaffen, dann wagen auch wir es!“ – gesagt bzw. gedacht, getan, Zwetschgen entsteint in einer spezielle Mischung vermengt, einige Kerne in einem Teesäckchen unter die Zwetschgen gesteckt und alles in einer grossen Backform im Ofen bei 180 Grad (Umluft) geschmort. Einen Holzkochlöffel in die Tür gesteckt, damit die Feuchtigkeit entweichen kann! Soweit so gut, gemäss Internet: „Kein Problem, nicht umrühren, einfach 3-4 Stunden im Ofen lassen!“

die TragödieFinn musste kurz Gassi gehen, aber als wir nach 10 Minuten wieder kamen, konnte ich es schon riechen – verbrannte, süsse Flüssigkeit! ARGH! Ich sah in den Ofen und da war die Tragödie! Der Saft der Zwetschgen lief über die Form, an den Seiten des Backblechs, welches ich sicherheitshalber noch darunter geschoben hatte, vorbei, in die Ritzen und Rillen der Schiebleisten und versammelte sich unten auf dem Backofenboden, was schon recht schwarz war! Super! Genau das fehlte mir noch! Die Küche am Morgen noch gründlich geputzt und nun das!

Wie gesagt am liebsten hätte ich es in den Müll gekippt, aber irgendwie packte mich der Ehrgeiz – „so schnell lass ich mich nicht unterkriegen“ – holte einen grossen Topf hervor, schüttete alles um und stellte es auf kleiner Hitze auf den Herd. Von da an hiess es nun 2 Tage lang Backofen putzen. Am schönsten waren die Ritzen und Rillen zu reinigen – „sch…. Zeug, klebt wie sonst etwas! Nie wieder!“

im TopfDas Pflaumenmuss hatte entsprechend Zeit – ca. 4.5 Std. dampfte es auf Stufe 3-4 vor sich hin. Ich rührte es regelmässig um, denn je dicker es wurde, desto schneller backte es unten an! Also, Vorsicht geboten! Zwischendurch gab ich einen Schuss Rum dazu, einfach so zum Geschmack, aber das kann jeder für sich selber entscheiden. Hätte ich keine Kinder würde ich den Rum oder Zwetschgenschnaps zum Schluss zugeben oder wer ganz auf Alkohol verzichten möchte, kann auch Bittermandelaroma verwenden. Wie gesagt, nach Gusto! Und ich püriere die Masse einmal durch, denn mein Mann und meine Kinder essen nicht gerne Stücke!  :-)

Am Ende füllte ich die Masse in vorbereitete Einmachgläser und stellte sie zum Abkühlen auf den Kopf!

 

Nun aber mein Rezept: 

rund 4 kg Zwetschgen (ergab 3 kg entsteinte Zwetschgen)
100 gr Zucker (ich habe weissen Haushaltszucker verwendet, habe aber auch schon Rezepte gelesen, die Honig, braunen oder gar Gelierzucker verwendeten)
1 TL gemahlenen Zimt
3 Prisen Vanillesalz
1/4 TL Spekulatiusgewürz
30-40 Kerne

Schuss Rum

Auf dem nächsten Foto seht ihr, dass ich hinsichtlich Anzahl der Gläser etwas zu optimistisch war! Gerade mal mit 5 Gläsern a 250 ml wurde meine Arbeit belohnt, aber wie sagt man: „Klasse statt Masse!

Wunsch und WirklichkeitFAZIT: Beim ersten Probieren, also direkt aus dem Topf, fand ich das Mus recht süss, aber nach dem ersten Abkühlen kann ich das nicht mehr bestätigen. Es ist genau richtig! Wir essen es morgens als Aufstrich auf einem Brötchen oder im Naturjoghurt untergerührt oder im morgendlichen Porrige oder als Füllung für Cupcakes ???? Uns werden bestimmt noch viele Einsatzmöglichkeiten einfallen, schliesslich ist es mein erstes Zwetschgenmus! Von der Konsistenz ist es sehr dick geworden, aber das kann man ja nach Vorlieben beeinflussen – einfach früher abstellen. Ich habe in einem Rezept gelesen, dass das Mus erst fertig ist, wenn man mit einem Kochlöffel eine Strasse durchziehen kann. Ok, das ist auch eine Möglichkeit den Endzustand zu beschreiben. Bei mir war es eher so: „4.5 Std. kochen und rühren ist genug, fertig, schliesslich will auch ich Feierabend haben!“ :-)

ein Glas

Zurück zum Mus, bei mir ist das Mus richtig dick, cremig geworden und geschmacklich nicht süss, aber auch nicht sauer, die Gewürze sind sehr zurückhaltend im Geschmack, aber es sollte ja auch kein „Weihnachtsmus“ werden! Rundherum: LECKER! Ich werde noch einmal eins machen, entweder mit frischen Zwetschgen oder ich friere Früchte ein und mache dann im Herbst eine neue Portion!

Habt ihr schon einmal Mus gemacht? Wenn ja, wie ist Euer Rezept? Mit was esst ihr es?

Schöne Woche, Eure Ina 

2 Comments

  1. Ute

    10. September 2013 at 14:52

    Hallo Ina, hatte gerade Pflaumenkuchen gegessen und mußte an Deinen Bericht denken, den ich heute Morgen laß. Pflaumenmuß ist echt lecker. Schade, dass Dir die Sache mit dem Backofen passiert ist. Ich hätte auch geflucht, denn den putzen ist absolute Strafarbeit. Also Kopf hoch und viel Spaß beim weiteren kochen und Backen! Gruß Ute

    1. Ina

      11. September 2013 at 13:23

      Liebe Ute, danke für Dein Kommentar! Nein, so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen, zumal der Backofen wieder sauber ist und gestern die nächste Ladung Mus gekocht habe – im Topf! :) Gruss Ina

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