Toetché – Was ist das denn?


Toetche Stück
Toetché – was ist das denn? “ – Mein erster Gedanke beim Durchblättern einer „Rezept-Zeitschrift“ in der hiesigen Bibliothek als ich auf das Rezept gestossen bin. Leider hatte ich in dem Moment nicht sehr viel Zeit dem ganzen nachzugehen, so dass ich einfach mein Handy zum Abfotografieren des Rezeptes hervorgenommen habe. Ich dachte mir, erstmal sichern und anschliessend Zuhause überlegen, ob das Rezept anhand der Zutatenliste interessant zum Ausprobieren ist und das war es: Wenige Zutaten, schnell fertig, gut vor- und unkompliziert zuzubereiten – genau das was ich für das Abendessen benötigte.

Bevor ich aber nun in die Zutatenliste bzw. Zubereitung gehe, möchte ich Euch etwas über „Le Toetché“ erzählen, denn ich bin nochmal zur Bibliothek gegangen und habe mir den Artikel aus der Zeitschrift „Le Menu – so kocht die Schweiz“ (siehe unten) genauer angesehen. Neben dem Rezept war noch ein Interview mit der Leiterin, Monique Gigon, der Gruppe „Toetche“ des jurassischen Bäuerinnenverbandes abgedruckt. Frau Gigon erzählt über das Rezept von dem Kuchen und spricht davon, dass dieser typisch, salzige Sauerrahmkuchen quasi das kulinarische Wahrzeichen vom Kanton Jura sei. Früher gab es dieses Gericht bei allen Bauernfamilien und spielt auch heutzutage eine wichtige Rolle in der Gastronomie. Bei der weiteren Internetrechereche erfuhr ich, dass dieser Kuchen gerne zum Apero aber auch als Beilage zu Salat, Käse und/oder Aufschnitt serviert wird. Als Variation kann man Kräuter als auch geriebenen Käse zum Guss hinzufügen oder anstelle des Salz Zucker hinzufügen, so dass man ein süsses Dessert am Ende hat.

Was benötigt Ihr für 2 Toetché? Backt gleich 2 Stück, denn sie sind so lecker, dass beide sofort gegessen werden. Falls nicht, dann sind die Reste auch noch ein Gedicht am nächsten Tag kurz aufgebacken!

Also:
600 gr Mehl (ich verwendete 50% Weizenmehl/50% Dinkelvollkornmehl)
400 ml Milch
40 gr Butter
1 gehäuften TL Salz
25 gr Hefe
33 ml Rapsöl

Guss:
400 ml Saure Sahne
100 ml Rahm (Sahne)
1/3 TL Salz
1 verquirltes Ei

Zum Bestreichen:
1 Eigelb

Mittags setzte ich den Teig schon an, so hatte er gute 3 Stunden Zeit aufzugehen und ich konnte beruhigt zum Sport gehen. Für den Teig zunächst die Milch etwas erwärmen und von der Platte ziehen. Die Butter darin auflösen und dann die Hefe hineinbröckeln und ebenfalls mit einem Schneebesen rühren bis sie sich aufgelöst hat. In einer Rührschüssel Mehl und Salz geben und dieses gut miteinander verrühren. Anschliessend die Milch-Hefe-Mischung und das Öl beigeben und alles mit einem Knethaken zu einem geschmeidigen Teig kneten, bis er sich von allein von der Schüssel löst. Den Topf zugedeckt an einen warmen Ort stellen und den Teig mindestens auf das Doppelte gehen lassen – wie gesagt, einfach 2-3 Stunden vergessen!

Wieder zu Hause teilte ich den sehr schön aufgegangenen Teig in zwei Portionen und wallte jede aus, legte sie auf ein eingefettetes Wähenblech und liess den Teig ihn nochmals 15 Minuten ruhen. In der Zwischenzeit verrührte ich alle Zutaten für den Guss, den ich von der Mitte aus auf den Teig goss. Die Ränder bestrich ich mit dem Eigelb.Toetche vorm Backen

 

 

Nun im vorgeheizten Ofen (Umluft 230 Grad) ca. 10-15 Minuten goldbraun backen. Fertig ist der Kuchen, wenn der Guss gestockt und der Boden braun ist. Ich habe ihn im Combi-Dampfgarer gebacken und zwar: 100% Feuchtigkeit 225 Grad rund 5 Min und dann auf 20% Feuchtigkeit zurückschalten bei gleichbleibende Gradzahl weitere 5-10 Min. fertig gebacken.

Aufnahme ist leider etwas dunkel geworden.
Aufnahme ist leider etwas dunkel geworden.

Fazit:
Uns hat der Kuchen ohne weitere Zugabe von Käse oder Kräutern überzeugt. Der Teig war saftig und mit dem leicht säuerlichen salzigen Guss ein Gedicht. Ich bin sehr froh, dass ich noch einen zweiten gebacken habe. Diesen habe ich eingefroren und bestimmt wird er dort nicht lange verweilen. Über solche regionalen Spezialitäten freue ich mich immer sehr. Meistens bringen die einfachsten Dinge, das beste Ergebnis!

Falls Ihr eine regionale Lieblingsspezialität habt, freue ich mich auf Zusendungen. Ich probiere sie aus und berichte! Einen schöen

 

Quellenangabe:

Le Menü Zeitschrift

 

 

 

 

 

 

Zeitschrift: „Le Menü – so kocht die Schweiz“
Ausgabe: 3. März 2013
Seite 92-94

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